Wenn andere Leute das Volks- und Segelfest in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt Kiel genießen, gehen andere auf der Suche nach einer Spende auf die Meilen. Fhews begleitet Björn, der auf dieser Kieler Woche das erste Mal „schnorrt“.

Björn hat viele Jahre als Orthopädietechniker gearbeitet, seinen Job dann aber zusammen mit dem Führerschein verloren. Von Tag zu Tag rutschte er in die Schulden, der Mahlstrom aus Verzweiflung begann nach seinem 50. Geburtstag.

Geld zu erbetteln, das koste ihn sehr viel Überwindung, sagt Björn. „Ich komme aus Kiel Gaarden, da gibt es viel Armut. Mir wurde von anderen aus meinem Viertel empfohlen, es bei der Kieler Woche aber mal zu versuchen“, erklärt er.

„Ich kann auch verstehen, dass die Leute irgendwann – bei all den Schnorrern und Bettlern – grundsätzlich nur noch nein sagen“, so der Kieler. Trotzdem zieht er Tag für Tag los – und musste sich schon Verwünschungen wüster Art anhören. Seine Hoffnung legt Björn in die Kieler Jugend. Die sei „sehr respektvoll“. Auch wenn sie nichts geben, so seien sie immer freundlich. „Auf diese Generation kann man aufbauen.“