Ich bin im 6. Semester und stelle fest, dass die Bachelor-Thesis kurz bevor steht. Weil mir die Textverarbeitung mit Word oft Schwierigkeiten bereitet, habe ich mich entschlossen, den IDW-Kurs Abschlussarbeiten professionell erstellen mit LaTeX (gesprochen: “Latech”) zu besuchen. Mir war das Programm unbekannt, bis es mir ein befreundeter Informatik Student empfohlen hat. Professor Nils Gruschka vom Fachbereich Informatik und Elektrotechnik hat den Kurs dieses Semester bereits zum fünften Mal gehalten. Mit Erfolg. Das Feedback der Studierenden sei bis jetzt gut bis sehr gut ausgefallen, denn:  “Der Hauptvorteil von LaTeX ist das bessere Layout-Ergebnis, das mit professionellem Buch-Satz mithalten kann”, so Gruschka. Auch ich war positiv überrascht, wie gut ein Layout aussehen kann und wie wenig ich dafür tun muss.

Textverarbeitungsprogramme wie Microsoft Word oder Pages sind in Bezug auf das Layout oftmals nervenraubend – vor allem bei längeren schriftlichen Arbeiten. Sie erlauben zwar einen schnellen und intuitiven Einstieg in die Texterstellung, weisen aber auch eine Reihe von Nachteilen auf. Dazu gehören ungewollte automatische Formatierungen und schlechte Unterstützung bei der Literaturverwaltung. Teilweise kommt es sogar vor, dass solche Programme bei größeren Dokumenten abstürzen. LaTeX erfordert dagegen eine etwas intensivere Einarbeitungszeit, entschädigt allerdings bei der Benutzung durch ein professionelles Layout, hohe Produktivität und Formel- und Literaturunterstützung. Hat man das Prinzip des „Code“-basierten Textverarbeitungsprogramms einmal verstanden, gestaltet sich die Optik wie von selbst.

Wie funktioniert LaTeX?

LaTeX Comic

LaTeX Comic

Das Programm funktioniert nicht wie Word nach dem WYSIWYG (“What you see is what you get”) Prinzip, sondern nach dem WYGIWYM (“What you get is what you mean”) Prinzip. Die gesamte Arbeit wird in einem Quellcode verfasst, der jederzeit per Tastendruck ausgegeben werden kann. Rechnerleistung geht dabei nicht verloren: ein riesiger Vorteil. Das Programm erhält bestimmte Befehle und legt dann beispielsweise automatisch ein Inhaltsverzeichnis an. Formatierung leicht gemacht; Der Anwender muss sich keinerlei Gedanken um das Layout machen. Bei Bedarf stellt er jedoch benutzerdefinierte Vorgaben wie Schriftgröße oder Schriftart selbst ein. Gruschka erklärt: “Anstelle von Formatierung per Mausklick werden Befehle in den Text eingefügt. Das ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, ist danach aber sogar einfacher und führt zu deutlich besseren Ergebnissen.”

Mir hat mein Vorwissen in der  Programmiersprache HTML den Umgang mit dem “Code”-basierten Textverarbeitungsprogramm erleichtert. Andere Teilnehmer des Kurses haben mitunter etwas länger gebraucht, bis sie umsetzen konnten, was Gruschka erklärt hat. Dieser ist der Meinung, dass es möglich ist, sich den Umgang mit LaTeX selbst beizubringen. Dabei helfen zahlreiche, qualitativ hochwertige Tutorials auf YouTube. Sein Kurs dient nur der Einführung in das Textverarbeitungsprogramm LaTeX. Für die Vertiefung des Gelernten ist jeder selbst verantwortlich.

Aufgrund des positiven Feedbacks der Studierenden wird Gruschkas Kurs auch zukünftig während der Interdisziplinären Wochen angeboten. Am Fachbereich Maschinenwesen gibt es sogar Wahlpflichtkurse zur Arbeit mit LaTeX. Gruschka findet es gibt für das Schreiben einer Thesis keine vergleichbaren Programme. Ich stimme ihm zu. Ich werde meine Bachelor Arbeit mit LaTeX verfassen.