Alle 16 Minuten erhält ein Mensch in Deutschland die Diagnose Blutkrebs. Die einzige Rettung für die Betroffenen ist häufig eine Stammzellenspende. Einen passenden Spender zu finden ist dabei unglaublich schwierig. Entscheidend für die Übertragung von Stammzellen ist die Übereinstimmung der Gewebemerkmale zwischen Spender und Patient. Derzeit sind etwa 13.000 Gewebemerkmale bekannt, die in Millionen verschiedenen Kombinationen auftreten können.

Am Dienstag, den 19.04.2016 fand die zweite Registrierungsaktion der Deutschen Knochenmarkspenderdatei in Zusammenarbeit mit dem Asta (Allgemeiner Studierendenausschuss) der FH Kiel statt. Von 11:00-15:00 Uhr sammelten freiwillige, studentische Helfer im Audimax am Sokratesplatz die Daten und Gewebemerkmale potenzieller Stammzellspender.

Als ich durch die Tür komme, bin ich sehr überrascht. Irgendwie hatte ich mehr erwartet.

Beatrice Mangelsen (24), Edina Lafrentz (20) und Lena Petersen (20) (v.l.n.r.) helfen freiwillig bei der Registrierungsaktion der DKMS. (Foto: Isis Möller)

Beatrice Mangelsen (24), Edina Lafrentz (20) und Lena Petersen (20) (v.l.n.r.) helfen freiwillig bei der Registrierungsaktion der DKMS. (Foto: Isis Möller)

Nachdem ich schon länger mit dem Gedanken spielte, mich registrieren zu lassen, freute ich mich sehr, von der Registrierungsaktion in unserer Fachhochschule zu lesen. Ich dachte, es würde sicher vielen Studenten so gehen. Sich zwischen den Vorlesungen schnell registrieren lassen – einfacher geht es doch gar nicht! Aber was ich jetzt sehe, sind nur einige Tische, hinter denen zwar motivierte Menschen sitzen, die bereit sind, Daten für die DKMS entgegen zu nehmen, aber kaum Menschen, die sich registrieren lassen wollen.

Freundlich werde ich zum hintersten Tisch durchgewunken. Ich setze mich zu drei jungen Damen. Sie sind alle BWL-Studentinnen unserer FH und helfen freiwillig bei dieser Aktion.

Mir werden ein paar Fragen gestellt. Krankheiten müssen ausgeschlossen werden. Ich reiche einem der Mädchen meinen Ausweis und dann geht es auch schon los.

Foto: Isis Möller

Foto: Isis Möller

Ich bekomme zwei Wattestäbchen, die ich nun nacheinander jeweils eine Minute an einer meiner Wangeninnenseiten reiben soll. Eine kleine Sanduhr zeigt mir die Zeit an. Nachdem die beiden Stäbchen etwas getrocknet sind, verschwinden sie in einem kleinen Umschlag – fertig! Tat gar nicht weh! Und ist wirklich genauso einfach, wie es immer klingt.

Zwei weitere Mädchen setzten sich zu uns an den Tisch. Eine von ihnen möchte sich registrieren lassen. Ich bin neugierig und frage sie, wie sie von der Registrierungsaktion erfahren hat. Sie hat einen Post auf Facebook gesehen. Ihr Name ist Lea Hübner, sie ist 22 und studiert Soziale Arbeit hier an der Fachhochschule. Für sie ist es ganz selbstverständlich sich registrieren zu lassen und etwas Gutes zu tun. „Wenn man selbst Krebs hätte, würde man sich auch wünschen, dass jeder sich registrieren lässt.“ sagt sie mir. Ich finde sie hat recht und ich fühle mich gut, weil auch ich bald in der Spenderkartei zu finden sein werde.

Kim-Kristin Stallmann darf sich leider nicht registrieren lassen. „Da mein bester Freund an Leukämie erkrankt war, weiß ich, wie wichtig es ist, sich registrieren zu lassen. Ich bin traurig, dass ich durch meine eigene Krankheit nicht als Spenderin in Frage komme.“

Foto: Isis Möller

Foto: Isis Möller

Als ich meinen kleinen Umschlag mit den Wattestäbchen an der Sammelstelle abgebe, erfahre ich, dass sich bei dieser Aktion bis zu diesem Zeitpunkt ungefähr 60 Menschen registriert haben. Eine knappe Stunde Zeit ist noch übrig. Im letzten Jahr waren es 130 Menschen, also doppelt so viele.

Bei 6000 Studierenden trotzdem keine sehr vorbildliche Bilanz, wie ich finde.

Ich hoffe, dass sich in Zukunft immer mehr Menschen einen Ruck geben und sich als potenzielle Stammzellspender registrieren lassen.

Wer sich außerhalb einer solchen Aktion informieren oder registrieren möchte, findet unter www.dkms.de alle wichtigen Informationen zum Thema Stammzellspende! Stäbchen rein, Spender sein – gemeinsam gegen den Blutkrebs!